Zitate
Einige Zitate der Weltliteratur und von anderswo sind hier vereinigt, gerade eben so, wie ich lesend darüber gestolpert bin.
Paul Nolte
„Man kann nicht nur die Chancen individualisieren und die Risiken kollektivieren. Nötig ist wieder mehr eigenverantwortliche Lebensführung, denn die ist vielen Menschen abhanden gekommen.
[...] wenn Eigenverantwortung am Schluss nur hiesse, dass ich diese und jene Gebühr auch noch selber bezahlen muss, obwohl ich jetzt schon nur 2000 Euro im Monat verdiene.
Bestimmte Risiken muss man künftig sicher selber tragen und darf nicht erwarten, dass der Staat jeden Schaden übernimmt.”
Paul Nolte, 41 (2004), ist Professor für Geschichte, International University Bremen
Graf Egmont, Prinz von Gaure
„...Leb ich nur, um aufs Leben zu denken? Soll ich den gegenwärtigen Augenblick nicht geniessen, damit ich des folgenden gewiss sei? und diesen wieder mit Sorgen und Grillen verzehren?” [1]
Päsident Freiherr von Walter
„... Tröst' Er sich mit dem hiesigen Adel – wissentlich oder nicht – bei uns wird selten eine Mariage geschlossen, wo nicht wenigstens ein halb Dutzend der Gäste – oder der Aufwärter – das Paradies des Breutigams geometrisch ermessen kann.” [2]
Antonio Montecatino, Staatssekretär des Herzogs von Ferrara
„Es ist wohl angenehm, sich mit sich selbst
Beschäft'gen, wenn es nur so nützlich wäre.
Inwendig lernt kein Mensch sein Innerstes
Erkennen; denn er misst nach eignem Mass
Sich bald zu klein und leider oft zu gross.
Der Mensch erkennt sich nur im Menschen, nur
Das Leben lehret jedem was er sei.” [3]
Antonio Montecatino
„Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende
Was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt.” [4]
Kommentar: Ich will dieses Zitat ganz gerne auf die politische (Un-)Kultur bezogen wissen, welche in der Schweiz namentlich von der SVP verbreitet wird.
John Duxbury schreibt in seinem Tagebuch dem einzigen Sohn «Harry» (Henry)
„Merk dir das, Harry. Das Herz und der Kopf. Wichtige Teile des Körpers. Aber wenn man hungrig ist – auch wenn man gar nicht merkt, dass man hungrig ist –, gewinnt der Magen die Oberhand, und alles andere wird relativ unwichtig. Alles andere wird über der Freude am Essen vergessen. Weisheit. Man darf den Magen nie unterschätzen.” [5]
Der Kanonikus zum Pfarrer über die Materie von den Ritterbüchern
„... und weil ich bedachte, dass es mehr Narren als Kluge in der Welt gibt, und ob es freilich wohl vorzuziehen ist, von wenigen Verständigen gelobt als von vielen Toren getadelt zu werden, so mochte ich mich doch nicht dem verwirrten Urteile der nichtigen Menge zu unterwerfen, ...” [6]
Don Quixote zu seinem Diener Sancho
«Mit jedem Tag», sagte Don Quixote, «wirst du weniger dumm und mehr gescheit.» [7]
Anmerkungen
[1] , Johann Wolfgang: Egmont, Ein Trauerspiel (Universal-Bibliothek, Bd. 75), Verlag Philipp Reclam jun., Stuttgart, 1966. 35.
[2] , Friedrich: Kabale und Liebe, Bürgerliches Trauerspiel (Universal-Bibliothek, Bd. 33), Verlag Philipp Reclam jun., Stuttgart, 1964. 17.
[3] , Johann Wolfgang: Torquato Tasso, Schauspiel (Universal-Bibliothek, Bd. 88), Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig. 37.
[4] : Torquato Tasso (vgl. Anmerkung 3). 75.
[5] , John: Ein Schritt zuviel, Goldmann, München, 1986 (englisch: 1984). 14.
[6] , Miguel: Don Quixote von la Mancha, Diogenes Verlag AG, Zürich, 1987 (1605). 448.
[7] : Don Quixote (vgl. Anmerkung 5). 570.
