Burgenseminar
Im 2004 besucht das Seminar für Burgenforschung der Deutschen Burgenvereinigung
e. V. und des Europäischen Burgeninstituts die Schweiz. Das Programm
beschäftigt sich mit der Burgenlandschaft zwischen Burgdorf, Jura und Lenzburg.
Das Seminar dauert von Sonntag 19. bis Samstag 25. September 2004.
Stand der Teilnehmenden
15 Teilnehmende sind angemeldet, am Dienstag und Mittwoch 16. Das Seminar richtet sich in erster Linie an den wissenschaftlichen Nachwuchs in allen Disziplinen der Burgenforschung und Mittelalterarchäologie. Zu den Teilnehmenden zählen auch handwerklich und denkmalpflegerisch Interessierte.
Das Burgenseminar der Deutschen Burgenvereinigung behandelt auf dem einwöchigen Besuch in der Schweiz drei Aspekte der Auseinandersetzung mit mittelalterlichen Burganlagen:
- Denkmalpflege: Burgensanierung und Erschliessung als Kulturdenkmal
- Kunst, Handwerk oder Kunsthandwerk? Die Baukeramik der Zisterziensermönche von St. Urban
- Verschiedene Burgentypen – Exkursionen zwischen Burgdorf, Jura und Lenzburg
Denkmalpflege an Burgen
Wie erhalten, erschliessen und nutzen wir Burgen oder Burgruinen des Mittelalters? Mit zwei Beispielen – ganz unterschiedlich an Dramatik – werden aktuelle Fragen der Denkmalpflege aufgearbeitet: Die Burgruine Grünenberg, Sitz der Freiherren gleichen Namens, wurde 1992 bis 1998 saniert und dabei für das allgemeine Publikum erschlossen. Von einer ganz anderen Dringlichkeit war die Rettungsmassnahme bei der Burg Neu-Thierstein bei Büsserach, Sitz der Grafen von Thierstein: Teileinsturz 1997 des Turms, dazu noch auf eine wichtige Durchgangsstrasse über den Jura. Für die Sanierung war Beton das Mittel der Wahl – wir fragen vor Ort nach den Hintergründen dieser auf den ersten Blick harten Massnahme.
Die Baukeramik der Zisterzienser
Beim zweiten Thema geht es um eine technikgeschichtliche Frage: Wie in aller Welt schafften es die Mönche von St. Urban im 13. Jahrhundert, Stein durch erstaunlich grossformatige und zudem reich verzierte Backsteine zu ersetzen? Geplant ist, in praktischer Arbeit zusammen mit dem «Klosterziegler von St. Urban» zu erleben, wie die Mönche ihre Baukeramik herstellten und vielfältigst verzierten. Wiederum die Burgruine Grünenberg liefert ein Beispiel für die Verwendung der Baukeramik aus dem benachbarten Kloster: der einmalige original erhaltene Kapellenboden um ca. 1270 aus über 180 verzierten Tonplatten.
Exkursionen zu verschiedenen Burgen
Auf dem Weg durch die Gegend zwischen Burgdorf, Jura und Lenzburg besuchen die Teilnehmenden verschiedene Burganlagen, so dass die Vielfältigkeit der «Architekturform Burg» offensichtlich wird: Zusätzlich zu den oft vorkommenden Höhenburgen (die schon erwähnten; weitere Burgen an Jura-Übergängen, dazu die Schlösser von Burgdorf und Lenzburg) besucht das Seminar die Höhlenburg Balm und den Wohnturm Halten. Die grösste Burganlage des Kantons Aargau, die Burgruine Schenkenberg, ist Anschauungsobjekt für eine der wenigen, heute noch möglichen wissenschaftlichen Sanierungskampagnen, die im Sommer 2003 stattfand.
Zum Seminar gehört eine Stadtführung in Langenthal, dem Seminarstandort, sowie ein Empfang durch die Stadt.
Organisation
Das Seminar für Burgenforschung wird durchgeführt von der Deutschen
Burgenvereinigung e. V., Marksburg, 56338 Braubach am Rhein, zusammen mit
dem Büro für Burgenforschung, Dr. Joachim Zeune, Dorfstrasse 16,
87637 Eisenberg-Zell. Für das Programm und die Organisation verantwortlich:
Lukas Wenger, Wiesenstrasse 3, 4900 Langenthal.
